Wie baut man ein Paddock - Teil 1

Die Vorbereitung und Ausrichtung des Bodens für das Paddock

Lesezeit: ca. 6m
Author: Michael

Der Herbst naht. Das bedeutet wieder bei einigen: matschige Paddocks. Da liegt es nahe, sich Gedanken über die Befestigung des Paddocks Gedanken zu machen. Viele scheuen dies aufgrund der Kosten. Doch was kostet eine Paddockbefestigung überhaupt? Wie viel Aufwand ist das Ganze und vor allem, lohnt es sich wirklich? Wir starten daher heute mit einer dreiteiligen Serie zum Thema Paddockbefestigung und gehen hier auf die Planung und Bau des Paddocks sowie dem Zaun dazu ein. Auch wird es einen kleinen Abschnitt zum Umbau der dazugehörigen Boxen geben.

Paddock - die Planung

In diese Richtung soll das Wasser abfließen In diese Richtung soll das Wasser abfließen

Bevor wir mit dem Bau unseres Paddocks beginnen, machen wir uns ein paar Gedanken dazu. In unserem Fall ist ein altes Paddock ohne Befestigung bereits vorhanden. Dieses wird abgerissen. Doch wie geht es dann weiter? Was möchten wir erreichen und wie groß soll es werden? In unserem Fall wird es sich um Paddockboxen handeln. Da es nicht eben ist, sondern leicht abschüssig, gilt es ein bisschen was zu beachten.

Unser geplantes Ziel in Stichpunkten

  • Es darf bei starkem Regen kein Wasser stehen bleiben
  • Es soll viele Jahre halten
  • Die Paddockplatten sollen am Boden liegen bleiben und nicht hoch kommen
  • Die Trittschicht soll angenehm für die Pferde sein
  • Die Trittschicht soll im Sommer und Winter gut zu misten sein
  • Wir möchten eine Kombination aus Festzaun und Litzen
  • Ein ausgewogenes Kosten-/Nutzenverhältnis
Die Schichten unseres Paddocks Die Schichten unseres Paddocks

Wir möchten das beste Ergebnis mit dem möglichst geringsten Aufwand. Da wir, wie bereits erwähnt, ein abschüssiges Paddock haben, würde, wenn der Naturboden bleibt wie er ist, das Wasser in die Boxen laufen. Das möchten wir natürlich nicht. Wir könnten mit Drainagen arbeiten - diese bieten Vorteile und Nachteile. In unsere Beispiel bleiben wir bei einer oberflächlichen Entwässerung welche durch den minimalen Unterbau mit leichter Drainagewirkung unterstützt wird. Hierbei leiten wir das Wasser von vorne gesehen rechts am Stall vorbei.

Im Bild zeigen wir unseren geplanten Bodenaufbau. Wie zu sehen ist, besteht im prinzipiell aus vier verschiedenen Schichten.

  • Schicht 1: Der Mutterboden - in unserem Fall ist es normaler Humus
  • Schicht 2: Eine etwa 3-5cm dicke Schicht aus Split - der Vorteil ist, dass hiermit auch Unebenheiten ausgeglichen werden können
  • Schicht 3: Paddockplatten - diese werden in etwa zu zwei Dritteln ebenfalls von uns mit Split verfüllt der Rest der Platten wird mit der Tretschicht aufgefüllt
  • Schicht 4: Die Tretschicht - hier scheiden sich oftmals die Geister. Ich persönlich habe sehr gute Erfahrungen gemacht mit Quarzkies 2/3. Dieser ist angenehm für die Hufe und sehr toll zu misten. Alternativ eignet sich auch gewaschener Sand mit einer Körnung von 0/2

Ich möchte dazu sagen, dass dies für mich persönlich eine Best-Practice ist und je nach Gegebenheiten natürlich variieren kann. Es reicht auch aus die Paddockplatten nur mit der Tretschicht zu verfüllen. Das ist wirklich Geschmackssache. Der Split darf nur nicht bis zur Oberkante der Paddockplatten gefüllt werden. Andernfalls besteht Verletzungsgefahr!

Bei den Paddockplatten gibt es verschiedene Anbieter. Ich persönlich habe sehr gute Erfahrungen mit den Platten von LandGrid und Ridcon gemacht. In unserem Fall haben wir uns für die Ridcon SpiderGrid entschieden.

Paddock ausbaggern

Das alte Paddock wurde auf diesem Bild bereits entfernt Das alte Paddock wurde auf diesem Bild bereits entfernt

Wie im Bild zu sehen, wurde das alte Paddock bereits abgerissen. Wir haben hier die alten Zaunpfähle aus dem Boden gezogen, alles klein gesägt und die nicht mehr verwendbaren Teile fachgerecht entsorgt. Danach ging es dann mit schwerem Gerät weiter. Wir hatten hier das Glück, dass ein Nachbar mit einem Bagger aushelfen konnte. Hier kann ich nur den Rat geben, einfach mal im Ort nachzufragen. Oftmals findet sich ein hiflsbereiter Mensch der solche Geräte hat.

Da wir das Wasser ja nach rechts am Stall vorbeilotsen wollen, wurde beim Ausbaggern der Grasnarbe das Ganze direkt leicht abschüssig in diese Richtung gemacht damit wir schon eine solide Basis erhalten. Die verwendeten SpiderGrid von Ridcon würden übrigens auch ohne Entfernen der Grasnarbe wunderbar funktionieren (eigene Erfahrung!) - allerdings haben wir das Paddock vergrößert und daher hat es sich angeboten gleich die komplette Grasnarbe zu entfernen und das Gefälle anzupassen!

Mit einem Bagger lässt sich der Boden des Paddocks super vorbereiten Mit einem Bagger lässt sich der Boden des Paddocks super vorbereiten

Paddockunterbau mit Split

Einbringen des Splits aus dem Paddock Einbringen des Splits aus dem Paddock

Je besser der Untergrund vorbereitet ist, umso einfacher wird das Verlegen der Platten. Auch wenn der ausgebaggerte Untergrund bereits sehr glatt und eben war, und auch die Abflussrichtung für das Wasser ziemlich gestimmt hat, wurde noch eine Schicht Split aufgebracht. Dies hat den Hintergrund, damit wir leichte Unebenheiten des Mutterbodens ausgleichen können und die Wasserabflussrichtung noch etwas besser hinbekommen können. Die Splitschicht betrug bei uns etwa 5cm.

Zur Verwendung kam normaler Split mit einer Korngröße von 2/5. Das ist ein gängiger Split der bei jedem Baustoffhändler in der Regel verfügbar ist. Er ist verhältnismäßig günstig und leicht zu beschaffen. Wir haben am Vortag bei einem Händler im Ort nebenan angerufen und tags darauf wurde er schon geliefert. Insgesamt haben wir für unser Bauvorhaben ca. 10 Tonnen Kalksplit 2-5mm verwendet. Dies beinhaltet die Bodenvorbereitung sowie Teilverfüllung der Paddockplatten.

Auch hier haben wir von unserem Nachbarn mit einem kleinen Bagger Hilfe bekommen. Es geht natürlich auch mit blanker Muskelkraft 💪😜

Verlegen der Paddockplatten Verlegen der Paddockplatten

Das Verlegen der Paddockplatten

Nachdem unser Untergrund nun vorbereitet ist, geht es an das Verlegen der Paddockplatten. Bitte achtet dabei, auf die richtige Drehung der Platten zu achten, damit ihr immer weiter anlegen könnt. Aus Unachtsamkeit kann es sonst passieren, dass eine Reihe liegt, aber eben falsch herum. Die Nasen der Platten schauen immer in die Richtung in die man weiterlegen möchte. Würde man es anders herum machen, müsste man immer die vorherige Reihe anheben.

Wir haben auf der Stallseite begonnen da dieser eine gerade Wand vorweist und wir dort somit einen Orientierungspunkt haben. Nun gilt es, die Platten auf einer geraden Fläche zu verlegen. Und wir haben immer Reihe für Reihe gelegt. Die Reihenfolge in der wir dann vorgegangen sind ist wie folgt:

  • Mit einer Richtlatte den Split gerade gezogen (über die komplette Länge)
  • Legen der ersten Platte mit den Nasen in Richtung der weiteren Verlegerichtung
  • Die Reihe der Platten komplett legen
Den Split mit Hilfe eines Richtscheit abziehen Den Split mit Hilfe eines Richtscheit abziehen

Um mit der Richtlatte eine genaue Ausrichtung zu bekommen, kann man zwei gerade Holzlatten in den Split legen und mit einer Wasserwage das gewünschte Gefälle ausrichten. Danach zieht man mit dem auf den Latten liegenden Richtscheit den Split ab. Natürlich kann man es mit Erfahrung auch ohne diese Methode. Sie erleichtert das Ganze aber schon ziemlich, sodass der Split wirklich ordentlich abgezogen wird.

Jetzt liegt jedenfalls die erste Reihe Paddock-Platten. Ich hoffe, diese Einführung in das Thema Paddock-Bau hat Dir gefallen. Sei gespannt auf unseren nächsten Beitrag aus unserer dreiteiligen Serie.

Artikel-Tags: paddock

Über den Autor

Michael

Pferde sind seine Leidenschaft. Zwar erst mit Mitte 30 auf's Pferd gekommen, lebt er dieses Hobby umso intensiver. Mit seiner Partnerin zusammen besitzt er drei Pferde. Darunter seine Criollo-Stute durch die er die Liebe zu diesen Tieren so richtig kennenlernte. Artgerechte Haltung und ein partnerschaftlicher Umgang mit diesen wundervollen Tieren ist ihm genauso wichtig wie die Gesunderhaltung der Pferde.